Krise als Chance für Korrekturen im Betrieb

Liquide Mittel von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) reichen bei Einnahmenentfall meist nur für wenige Wochen, so die KMU Forschung Austria letzte Woche in einem Artikel. Wenn keine Liquiditätshilfen oder Zuschüsse in Anspruch genommen werden können, dann führt das bei etlichen Betrieben zu einer existenzbedrohenden Unternehmenskrise

Tritt dieser Fall ein, dann ist der Unternehmer rasch mit besonderen Pflichten konfrontiert, z.B. mit der Insolvenzantragspflicht bei Zahlungsunfähigkeit. Aus diesem Grund ist es wichtig stets über die wirtschaftliche Lage seines Betriebes informiert zu sein. Wie stellen Sie das sicher?

  1. LIQUIDITÄTS- UND ZUKUNFTSPLANUNG
  2. KONZENTRATION AUF UNTERNEHMERISCHE AUFGABEN

Den Punkt 2 möchte ich in diesem Blog-Beitrag genauer betrachten. Viele Chefs sind stark in das Tagesgeschäft eingebunden und haben wenig Zeit, sich mit den wichtigen unternehmerischen Aufgaben zu befassen.

Warum ist der Chef stark in das Tagesgeschäft eingebunden?

Besondere Bedeutung kommt den Umständen in den ersten Jahren nach der Gründung zu. Der Unternehmer ist mangels Ressourcen für fast alles selbst verantwortlich. Die Mitarbeiter helfen ihm die anfallenden Arbeiten zu erledigen, die Entscheidungen trifft aber der Chef. Das Verantwortungs- und Selbstbewußtsein der Mitarbeiter wird dadurch nicht gefördert.

Auf der anderen Seite sind viele Unternehmer, vor allem diejenigen mit einem technischen Qualifikationshintergrund, auch in der Rolle des TOP-Fachmanns. Die Mitarbeiter wissen, dass ihr Chef alle Probleme lösen kann. Sie hinterlassen ihm deswegen nicht nur viele Zettel am Tisch, sondern nehmen ihm dadurch auch viel Zeit. Auf der Strecke bleiben die unternehmerischen Aufgaben. 

Aufgaben des Unternehmers

Der Unternehmer schafft ein System, das die Mitarbeiter befähigt, eigenverantwortlich und in höchster Qualität die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen. So wie ein Trainer einer Fußballmannschaft, der als ehemaliger Top-Spieler nicht fürs Tore schießen zuständig ist, sondern ein System schaffen soll, das die Spieler dazu befähigt.

Wichtige Aufgaben:

  • Die Unternehmenswerte festlegen und verankern.
  • Das Unternehmen richtig im Markt positionieren, regelmäßig hinterfragen und anpassen.
  • Die richtigen Mitarbeiter und Kapitalgeber für das Unternehmen und Vorhaben gewinnen.
  • Die Abläufe, das Leistungsangebot und die Ressourcen periodisch auf ihre Effizienz prüfen.
  • Die Kundenzufriedenheit in bestimmten Abständen messen und Maßnahmen setzen, die den Umsatz und Gewinn positiv beeinflussen. Dazu gehört auch die Unternehmensplanung und ein konsequentes Reporting.
  • Die Persönlichkeitsentwicklung.
  • Den Unternehmenswert steigern und die Nachfolge sichern.

Schrittweise aus dem Tagesgeschäft aussteigen

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Tätigkeiten, indem Sie diese auflisten und mit einem Zeitaufwand pro Monat versehen. Dann markieren Sie all jene Aufgaben, die unter die Kategorie „Unternehmer“ fallen. Alle anderen Tätigkeiten müssen Sie abgeben. 

Informieren Sie die Mitarbeiter über Ihr Vorhaben. Laden Sie alle ein, Vorschläge zu machen, wie Aufgaben anders verteilt und die Abläufe und Arbeitsschritte verbessert werden können. Anschließend sortieren und bewerten Sie gemeinsam die eingebrachten Ideen. 

Nachdem eine Einigung über die neuen Aufgaben besteht, beginnen Sie mit der Zuteilung. Ein positiver Abschluss ist vor allem dann gewährleistet, wenn kein Mitarbeiter mit der neuen Situation überfordert ist.

Wenn auch Sie schrittweise aus dem Tagesgeschäft aussteigen wollen, dann fragen Sie jetzt bei mir an: office@betriebsoptimierer.at